Steuerliche und rechtliche Neuerungen für Vereine 2026: Was Sie wissen sollten


Veröffentlicht am 14. Januar 2026 von Alexander Süß

Vereine sind ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland. Ehrenamtliches Engagement ermöglicht Sport, Kultur, Bildung und soziale Projekte – aber die Rahmenbedingungen, insbesondere im Steuer- und Vereinsrecht, können komplex sein. Änderungen ab 2026 betreffen sowohl steuerliche Erleichterungen als auch Haftungsfragen, die jeden Vorstand interessieren sollten.

1. Neue steuerliche Vorteile für Vereine

Ab dem Jahr 2026 gelten einige Änderungen, die insbesondere kleinere und mittlere Vereine entlasten:

  • Höhere Ehrenamtspauschalen: Die steuerfreie Vergütung für ehrenamtliche Tätigkeiten steigt, wodurch Vorstände, Trainer oder Jugendleiter unkompliziert angemessen honoriert werden können.
  • Erhöhung der Übungsleiterpauschale: Die Pauschale, die für nebenberufliche Tätigkeiten gezahlt wird, steigt. Damit können Vereine die Arbeit von Sport- oder Musikübungsleitern steuerfrei vergüten.
  • Freigrenzen für wirtschaftliche Tätigkeiten: Vereine, die zusätzlich wirtschaftliche Aktivitäten betreiben (z. B. Vereins-Cafés oder Merchandise), profitieren von höheren steuerfreien Beträgen.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie Ihre bisherigen Vergütungsmodelle. Eine Anpassung kann verhindern, dass Ehrenamtliche versteuert werden müssen oder die Gemeinnützigkeit gefährdet wird.


2. Haftung und Verantwortung von Vorständen

Die persönliche Haftung von Vorständen bleibt ein kritisches Thema. Grundsätzlich gilt: Vorstände handeln für den Verein, aber bei Pflichtverletzungen können sie persönlich haftbar gemacht werden. Relevant ist dies insbesondere bei:

  • Grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz
  • Verletzung gesetzlicher Pflichten (z. B. Buchführung, Abführung von Steuern)
  • Entscheidungen gegen die Satzung oder Beschlüsse der Mitgliederversammlung

Praxis-Tipp: Dokumentieren Sie alle wichtigen Entscheidungen, halten Sie Beschlüsse schriftlich fest und lassen Sie bei Unsicherheiten juristischen Rat einholen. Viele Vereine setzen mittlerweile auf eine D&O-Versicherung, die das Risiko für Vorstände deutlich mindert.


3. Satzung und interne Regeln auf den Prüfstand stellen

Die Satzung ist das zentrale Regelwerk jedes Vereins. Änderungen in der Gesetzgebung oder in den steuerlichen Vorschriften erfordern häufig Anpassungen. Besonders wichtig sind:

  • Klar definierte Verantwortlichkeiten
  • Regelungen zu Vorstandshandlungen
  • Prozesse für Beschlussfassungen
  • Dokumentationspflichten

Praxis-Tipp: Überprüfen Sie Ihre Satzung regelmäßig, mindestens alle fünf Jahre. Dies schafft Rechtssicherheit und verhindert späteren Streit innerhalb des Vorstands oder mit Mitgliedern.


4. Fördermittel und bürokratische Entlastungen

Neben steuerlichen Änderungen bieten viele Bundesländer neue Förderprogramme für Vereine an, z. B. für Digitalisierung, Jugendarbeit oder energetische Modernisierung von Vereinsgebäuden. Ehrenamtliche sollten prüfen:

  • Welche Förderungen aktuell verfügbar sind
  • Welche Nachweispflichten bestehen
  • Wie sich Fördermittel auf die Gemeinnützigkeit auswirken

Praxis-Tipp: Planen Sie die Antragstellung frühzeitig ein, und nutzen Sie Standardvorlagen für Berichte oder Nachweise, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.


5. Zusammenfassung: Worauf Sie achten sollten

  • Prüfen Sie Satzung, Vergütungsmodelle und Versicherungen
  • Nutzen Sie steuerliche Erleichterungen konsequent
  • Dokumentieren Sie Entscheidungen und Beschlüsse sorgfältig
  • Behalten Sie gesetzliche Änderungen im Blick, insbesondere zu Gemeinnützigkeit und Ehrenamt

Fazit: Wer sich frühzeitig informiert, kann nicht nur Risiken minimieren, sondern auch die Vorteile neuer Regelungen voll ausschöpfen. Ein gut geführter Verein bleibt attraktiv für Mitglieder, Ehrenamtliche und Förderer.