Welche Versicherungen sind für Vereine wirklich nötig?
Uns beschäftigt die Frage, welche Versicherungen wir für einen Förderverein abschließen sollten?
Hallo Ina,
die Frage nach den „richtigen“ Versicherungen für einen Förderverein ist absolut berechtigt, denn auch ein Verein kann für Schäden haftbar gemacht werden – selbst wenn alle ehrenamtlich und mit bester Absicht handeln. Ich versuche das mal ohne Versicherungsfachchinesisch zu erklären.
1. Die wichtigste Versicherung: Vereins-Haftpflicht
Das ist aus meiner Sicht ein absolutes Muss. Sie greift, wenn durch den Verein oder seine Mitglieder jemand zu Schaden kommt oder fremdes Eigentum beschädigt wird.
Beispiele:
Bei einer Vereinsveranstaltung stolpert ein Besucher und verletzt sich
Ein Vereinsmitglied beschädigt bei einer Aktion fremdes Eigentum
Kinder oder Eltern kommen bei einer Veranstaltung zu Schaden
Ohne diese Versicherung kann es im schlimmsten Fall teuer werden, weil der Verein dann selbst zahlen muss.
2. Veranstalterhaftpflicht (oft schon enthalten)
Wenn ihr Feste, Basare, Schulfeste, Kuchenverkäufe oder ähnliche Aktionen organisiert, sollte geprüft werden, ob solche Veranstaltungen in der Haftpflichtversicherung mitversichert sind.
Manche Policen haben das automatisch drin, bei anderen muss man es extra einschließen.
3. Vermögensschaden-Haftpflicht (optional, aber sinnvoll)
Diese Versicherung greift, wenn ein finanzieller Schaden entsteht – ohne dass etwas kaputtgeht oder jemand verletzt wird.
Zum Beispiel:
Ein Förderantrag wird falsch ausgefüllt und Fördergelder gehen verloren
Fristen werden versäumt
Gerade bei Vorständen, die mit Geld umgehen, kann das sinnvoll sein.
4. D&O-Versicherung für den Vorstand (abhängig von der Größe)
Das ist eine spezielle Haftpflicht für Vorstandsmitglieder. Sie schützt das Privatvermögen, falls dem Vorstand vorgeworfen wird, falsch entschieden oder seine Pflichten verletzt zu haben.
Für kleine Fördervereine nicht zwingend nötig, bei größeren Budgets aber durchaus überlegenswert.
5. Unfallversicherung für Ehrenamtliche (optional)
Ehrenamtlich Engagierte sind nicht automatisch gesetzlich unfallversichert. Eine Gruppen-Unfallversicherung kann sinnvoll sein, z. B. wenn:
regelmäßig Auf- und Abbauarbeiten stattfinden
Ausflüge oder Veranstaltungen organisiert werden
Sie zahlt bei dauerhaften Schäden oder im Todesfall, unabhängig von der Schuldfrage.
6. Inventar- oder Inhaltsversicherung (nur falls nötig)
Hat der Förderverein eigenes Eigentum wie z. B. Technik, Pavillons, Spielgeräte oder Lagerbestände, kann eine solche Versicherung sinnvoll sein, um Schäden durch Feuer, Wasser oder Einbruch abzusichern.
Mein Fazit:
Für die meisten Fördervereine reicht als Grundabsicherung:
Vereins-Haftpflichtversicherung
Veranstaltungsabsicherung (falls nicht enthalten)
Alles Weitere hängt stark davon ab, wie groß der Verein ist, wie viel Geld bewegt wird und was konkret gemacht wird.
Ein guter Tipp:
Vor dem Abschluss mit einem Versicherer oder einem unabhängigen Berater sprechen und genau erklären, was der Förderverein macht. Oft gibt es günstige Vereinspakete, die genau auf solche Fälle zugeschnitten sind.
Ich hoffe, das hilft euch bei der Entscheidung
Viele Grüße, Alexander
PS: Dies ist keine Rechtsberatung 🙂
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