Was versteht man unter DNS?


Veröffentlicht am 26. März 2026 von Alexander Süß

DNS steht für Domain Name System (häufig auch Domain Name Service genannt) und ist ein grundlegender Bestandteil der Infrastruktur des Internets. Es sorgt dafür, dass wir Websites über leicht merkbare Namen wie www.google.de oder www.meine‑seite.de aufrufen können, anstatt uns komplizierte Zahlenfolgen wie 142.250.186.131 merken zu müssen. Das DNS fungiert also als „Telefonbuch des Internets“, das Domainnamen in IP‑Adressen übersetzt – und umgekehrt.

Funktionsweise des DNS

Jede Website befindet sich letztlich auf einem Server, der über eine eindeutige IP‑Adresse identifizierbar ist. Wenn du in deinem Browser eine Adresse wie www.wordpress.org eingibst, geschieht im Hintergrund Folgendes:

  1. Abfrage durch den Browser: Der Browser fragt das Betriebssystem, ob es die IP‑Adresse zu dieser Domain bereits im Cache gespeichert hat.
  2. Rekursiver DNS‑Server: Wenn nicht, wird eine Anfrage an einen sogenannten rekursiven Resolver (gewöhnlich beim Internetanbieter oder einem öffentlichen DNS‑Dienst wie Google DNS oder Cloudflare) gesendet.
  3. Root‑Server: Der Resolver fragt zuerst einen der weltweiten Root‑Server, der weiß, welche übergeordneten Server (z. B. für .de, .com) zuständig sind.
  4. TLD‑Server: Der Top‑Level‑Domain‑Server verweist den Resolver an den sogenannten Authoritativen Nameserver, der die eigentlichen DNS‑Einträge einer Domain enthält.
  5. Antwort: Dieser Nameserver gibt die IP‑Adresse der gewünschten Website zurück, damit der Browser die Verbindung herstellen kann.

Dieser Vorgang dauert in der Regel nur Millisekunden und läuft bei jedem Seitenaufruf automatisch ab.

Aufbau und Arten von DNS‑Einträgen

Im Domain Name System sind verschiedene Eintragstypen (Records) gespeichert, die unterschiedliche Informationen bereitstellen:

  • A‑Record: ordnet einen Domainnamen einer IPv4‑Adresse zu.
  • AAAA‑Record: ordnet eine Domain einer IPv6‑Adresse zu.
  • CNAME‑Record: erstellt Alias‑Namen (z. B. leitet www.meine‑seite.de auf meine‑seite.de weiter).
  • MX‑Record: legt fest, welche Server E‑Mails empfangen.
  • TXT‑Record: enthält zusätzliche Informationen, etwa für Verifizierungen oder Sicherheitsmechanismen wie SPF und DKIM.
  • NS‑Record: benennt die autoritativen Nameserver einer Domain.

Diese Einträge werden meist beim Domain‑Provider oder Hoster im DNS‑Verwaltungspanel gepflegt. Änderungen wirken nicht sofort, da sie weltweit über viele Server verteilt werden müssen – dieser Vorgang wird DNS‑Propagation genannt und kann bis zu 48 Stunden dauern.

Bedeutung im WordPress‑Umfeld

Für WordPress‑Websites ist DNS besonders wichtig, wenn eine Domain mit einem Webhosting verbunden oder eine Website auf einen anderen Server umgezogen wird. Nur durch korrekte DNS‑Einträge (meist A‑ und CNAME‑Records) kann eine Domain auf das richtige Hosting‑Verzeichnis zeigen. Auch Dienste wie E‑Mail, CDN (z. B. Cloudflare) oder externe Tools benötigen passende DNS‑Einträge, um korrekt zu funktionieren.

Fazit

Das Domain Name System ist eines der zentralen Fundamente des Internets. Es sorgt dafür, dass Menschen benutzerfreundliche Domainnamen verwenden können, während Computer im Hintergrund mit IP‑Adressen kommunizieren. Ohne DNS wäre die Nutzung des Internets in seiner heutigen Form praktisch unmöglich. In der täglichen WordPress‑Praxis spielt es eine entscheidende Rolle für die Erreichbarkeit, Migration und Sicherheit einer Website.

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